Die junggebliebenen Altsenioren haben wieder zugeschlagen. Die diesjährige Mannschaftsfahrt führte die illustre Reisegruppe in die thüringische Landeshauptstadt. Wer dachte, nach dem legendären Hameln-Ausflug im Vorjahr sei keine Steigerung mehr möglich, wurde eines Besseren belehrt. Es wurde geschichtlich, kurios und vor allem auf der Rückfahrt sportlich.
Kaum hatte die Reisegruppe Erfurter Boden betreten, versammelte man sich auf dem Bahnhofsplatz und forderte lautstark: „Willy Brandt ans Fenster!“ Zwar ließ sich der Altkanzler verständlicherweise nicht blicken, dafür lag aber sofort die richtige Aufbruchstimmung in der thüringischen Luft.
Ein absolutes Highlight war der virtuelle Ausflug ins Mittelalter. Die Ü40 wurde Zeuge eines Meilensteins der deutschen Geschichte: der Begnadigung des aufmüpfigen Heinrich des Löwen durch Kaiser Barbarossa. Mit übergroßen Brillen bewaffnet nahm die Uehrder Delegation die historische Tragweite dieses Ereignisses wahr und nickte das Friedensabkommen anschließend bei einer Kaltschale offiziell ab.
Weniger geschichtsträchtig, dafür logistisch kreativ zeigte sich der sonst stets mitreisende Bäcker Bernd. Dieser hatte im Vorfeld doch glatt den 90. Geburtstag seiner eigenen Mutter übersehen. Ein Fauxpas, der nach einer genialen Vertretung verlangte. Kurzerhand wurde Bernd das Brot, Erfurts kultiges KiKa-Kastenbrot, als offizieller Ersatzbotschafter rekrutiert und mitten in der Altstadt für das Familienalbum in Szene gesetzt.
Kulinarisch überließ die Truppe ebenfalls nichts dem Zufall. Zwei namentlich geschützte Kameraden machten es sich zur persönlichen Aufgabe, die Erfurter Eisgastronomie auf Herz und Nieren zu prüfen. Die beiden ließen keine einzige Eisdiele aus und lieferten eine lückenlose Qualitätskontrolle, die im nächsten Ü40-Sitzungsprotokoll gebührend gewürdigt werden sollte.
Sportlich wurde es dann am Abreisetag. Die Organisatoren hatten einen echten Härtetest für die Waden organisiert und für den umgeleiteten Zug über Fulda keine Sitzplätze reserviert. Stundenlanges Stehen erinnerte an so manches Punktspiel nach der Halbzeitpause. Aber so ein Trainingslager ist nun mal kein Zuckerschlecken.
Müde, satt und voller neuer Anekdoten ist die Ü40 wieder im heimischen Uehrde gelandet. Erfurt war eine Reise wert und alle sind gespannt auf das Ziel im nächsten Jahr.